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Der u.a. Artikel ist eine Abschrift aus "Die Harke - Nienburger Zeitung" vom 10. März 2008
Angst und Panikattacken besiegen
Neue Selbsthilfegruppe zu "Ängste und Panikattacken" vor Gründung
"Psychische Krankheiten haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen", erklärt Annette Hillmann-Hartung vom Paritätischen Sozialverband Nienburg. Nachdem "Die Harke" im Januar über die neu gegründete Selbsthilfegruppe "Ängste, Depressionen und Panikattacken" berichtet hatte, meldeten sich so viele Menschen, dass die Gruppe schnell voll war. "Der Text hat so viele Menschen angesprochen, dass wir vielen wieder absagen mussten", berichtet HillmannHartung. Um dem hohen "Bedarf" gerecht zu werden, gründet sich jetzt eine weitere Selbsthilfegruppe zum Thema "Ängste und Panikattacken". Ab dem 18. März wird sich die Gruppe alle zwei Wochen um 18 Uhr im Sprotte - Begegnungszentrum am Lehmwandlungsweg treffen. Eine Kreis-Nienburgerin will die Gruppe ins Leben rufen: die 46-jährige Regina (Name von der Redaktion geändert). Seit einigen Jahren wird Regina von Angstattacken geplagt. 20 Jahre funktionierte Regina - im Beruf, in der Familie und für Freunde. Sogar ein Haus baute sie. "Dann war der Akku plötzlich leer", erzählt sie. "Ich kam einfach nicht mehr zur Ruhe." Sie plagten Zukunftsängste, Schlafstörungen, Panikattacken und Schweißausbrüche. Zwei mehrwöchige stationäre Aufenthalte waren die Folge - doch die Angst blieb. Die Angstschübe kamen in der Nacht. "Ich wachte mit Herzrasen auf", erinnert sie sich. Es war die Angst davor, im Alltag nicht mehr so zu funktionieren, wie sie es von sich erwartet. "Oft setze ich mich selbst unter Druck", sagt sie. Im Supermarkt überfielen sie die Panikattacken an der Kasse, so dass sie alles stehen und liegen ließ und einfach hinaus musste. Als sie zur Arbeit fuhr, bekam sie Herzrasen. "Wenn ich auf den Parkplatz gefahren bin, krampfte sich mir schon der Magen zusammen", schildert sie. Der Austausch mit Betroffenen tut ihr gut, sagt sie. "Da bin ich mit Menschen zusammen, die mich verstehen." "Für die Betroffenen ist der Austausch mit Menschen wichtig, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben", sagt Annette Hillmann-Hartung. Für Außenstehende sei es oft schwer, dies zu verstehen. In der Selbsthilfegruppe sollen sich die Betroffenen Strategien im Umgang mit der Angst von anderen abschauen. Die Selbsthilfegruppe ist keine von einem Therapeuten angeleitete Gruppe. Die Betroffenen sind Experten in eigener Sache und berichten von ihren Erfahrungen. Die Gruppe kann keine Therapie ersetzen. Damit alle auf "einem Niveau" sind, ist Therapieerfahrung wünschenswert. "Männer sind besonders angesprochen", betont Hillmann-Hartung. Häufig würden sich Männer nicht trauen, zu einer Selbstbilfegruppe zu gehen. Informationen gibt es unter der Telefonnummer (0 50 21) 9735 25 oder unter annette.hillmann-hartung [ät] paritaetischer [.] de
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