Bürgersprechstunde
Linsburg, 01.03.2026 | Eigener Artikel (Bürgerprotokoll)
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Die Gemeinde unterstützt die Linsburger Vereine jährlich durch freiwillige Zuschusszahlungen, z.B. für Veranstaltungen und Unter- haltungsmaßnahmen. Derzeit sind das:
Der Rat hat zu entscheiden, ob diese Projekte auch weiterhin mit den genannten Beträgen unterstützt werden sollen.
Beschluss: Einstimmig Ja.
Kämmerin Isabell Müller trägt umfänglich zum Haushaltsplan 2026 und rückblickend zu 2025 vor. Nach Klärung von Verständnisfragen durch den Rat wird der Plan 2026 sowie das beabsichtige Investprogramm einstimmig verabschiedet.
Dieser Tagungsordnungspunkt war zweifellos erneut der Schwerpunkt der Sitzung. Es liegt ein Antrag von 8 Ratsmitgliedern vor, die Weiterführung der Planung dieses Projektes - den Linsburger Anteil betreffend - zu beenden.
Bürgermeisterin Dr. Tina Dettmer (WG) trägt die Entwicklung dieses Vorhabens seit September 2025 sowie die Begründung für diesen Antrag vor. Er zählt die absehbaren Nachteile und Risiken auf, die den Vorteilen gegenübergestellt werden und kommt zu dem Schluß, dass die Nachteile und insbesondere die finanziellen Risiken zu groß seien. Letzteres sei angesichts einer nach Höhe und Verfügbarkeit nicht gesicherten Förderung durch das Land besonders bedeutsam. Die klare Ablehnung des IGG durch die Linsburger Einwohnerschaft habe schlußendlich dann dazu geführt, den Antrag zu stellen.
Gemeindedirektor Torsten Deede plädiert für die Fortsetzung der Planung und stellt fest, dass der vorgesehene Ausstieg eindeutig zu früh kommt. Die im Antrag vorgebrachten Gründe und Risiken können derzeitig noch nicht abschließend bewertet werden. Der weitere Planungsvorgang sollte zunächst weitergeführt werden, um gegebenenfalls zu gegebener Zeit qualifiziert über den letztendlichen Fortgang des Projektes zu entscheiden. Darüber hinaus weist er darauf hin, dass dieses Vorhaben die gewerbliche Entwicklung der Gemeinde voranbringen wird. Außerdem appelliert er an die Solidarität Linsburgs gegenüber den anderen beteiligten Gemeinden, die durch einen vorzeitige Ausstieg keine Vorteile haben werden. Diese Gemeinden haben seit der Idee zum IGG auf eigene Gewerbegebiete verzichtet. Ohne dieses Gebiet wird Linsburg strukturschwach bleiben: keine Windkraftanlagen, keine PV-Anlagen und keine weiteren Gewerbegebiete. Abschließend verweist er auf die bisherigen Investitionen in dieses Projekt, die bei einem jetzigen Ausstieg verloren wären.
Ratsherr Birger Lerch (CDU) argumentiert umfassend dafür, das IGG zu realisieren. Er führt über die von Torsten Deede bereits vorgebrachten Punkte hinaus zahlreiche weitere Aspekte an, warum dieses Gebiet unbedingt installiert werden sollte. Bezüglich der negativen Einstellung eines Teiles der Linsburger Bevölkerung - deren Repräsentanz er in Frage stellt - vermutet er, dass diese Haltung durch fehlende und zum Teil unzureichende Hintergrundinformationen erzeugt wurde. Auch er stellt fest, dass der geplante Ausstieg auf Basis des vorliegenden Antrages klar zu früh sei.
Die Ratsherren Jörg Brüning (B90/Grüne) und Florian Wegener (WG) gehen anschließend nochmals insbesondere auf die Nachteile des IGG ein und reagieren teilweise auf die von Ratsherr Lerch vorgebrachten Argumente. Dabei kommen auch die Aspekte Natur-, Umwelt- und Klimaschutz sowie die Erhaltung des ländlichen und dörflichen Charakters der Gemarkung Linsburg zur Sprache.
Nach der Diskussion kommt es zur Abstimmung über den Antrag. Ergebnis: 1 Gegenstimme, 1 Enthaltung, 8 Ja-Stimmen. Damit ist der Ausstieg der Gemeinde Linsburg aus dem Projekt "IGG B6" beschlossen.
Eine Einwohnerin begrüßt den Beschluss des Rates zum IDG.
Ein Einwohner erklärt, warum er zunächst - vor 10 Jahren, als die Idee zum IDG geboren wurde - für die Installation des Gebietes plädiert habe und warum er jetzt dagegen ist. Er weist darauf hin, dass die Situation der Gemeinde Linsburg heute eine völlig andere ist, weil sich der Ort nachweisbar zum Positiven entwickelt hat und die Notwendigleit zur Erzeugung weiterer Einnahmen heute bei weitem nicht mehr so hoch ist. Er fragt, wie lange angesichts der bisherigen Laufzeit es noch dauern könnte, bis das Projekt fertiggestellt sein würde. Eine definitive Antwort dazu kann heute Niemand geben.
Die notwendige Sanierung des Glockenturms der Linsburger Kapele wurde angesprochen. Der Rat nimmt diese Frage in das Aufgabenheft auf.
Im Rahmen dieses Themas wurden seitens des Rates weitere Verständnisfragen zum Haushalt gestellt, ein Hinweis auf die anstehende Dorf- und Feldpflege am 28. Februar vorgenommen und über die Art der Klinker für das neue Kindergartengebäude diskutiert.
Bürgermeisterin Dr. Tina Dettmer schließt die Ratssitzung um 20:45 Uhr.