Bürgersprechstunde
Am 19. März 2026 wurde im Linsburger Dorfgemeinschaftshaus ein Vortrag zu den Auswirkungen dieses großen Rüstungsbetriebes auf Linsburg gehalten. Verfasser der Präsentation ist der Langendammer Alfred Schmucker, der Vortragende Ludwig Stelling hat die Präsentation mit Fotos und Text ergänzt.
Im Waldgebiet des Westerbuchs südöstlich des damals nur 158 Einwohner zählenden kleinen Ortes Langendamm entstand von 1935 bis 39 die „Haupt-Munitionsanstalt 3/Xl Nienburg-Langendamm", kurz „Muna" genannt zur Produktion von Munition für die Luftwaffe.
Dieser große Komplex, bestehend aus zahlreichen Produktions- und Lagerhallen, 2 großen Bunkeranlagen, Wohn- und Verwaltungsgebäuden für das deutsche Personal und einem Männer- und einem Frauenlagerfür die überwiegend ausländischen Zwangsarbeiter, nahm 1939 die Munitionsproduktion auf.
Bis auf wenige von der Wehrmacht bei ihrem überstürzten Abzug gesprengte Produktionshallen, war die von der feindlichen Luftaufklärung unentdeckte Anlage noch voll Intakt, als sie am 9. April 1945 von englischen Truppen erreicht wurde. Nun begann eine ziem/ich herrenlose Zeit, denn die Engländer konnten das große Gelände nur schwach bewachen. Die freigekommenen Zwangsarbeiter tyrannisierten die umliegenden Ortschaften durch Plünderungen und die einheimische Bevölkerung durchsuchte das Gelände und die Gebäude nach Brauchbarem, wobei am 18. November 194517 Personen aus Linsburg, Borstel, Nöpke und Wenden bei der Explosion eines Munitionsbunkers ums Leben kamen.
Trotz vieler Munitionsrückstände dienten die erhaltenen Gebäude nach dem Krieg vielen Flüchtlingen und Vertriebenen als eine erste Unterkunft, bis das Gebiet 1954 zur Besiedlung freigegeben wurde. So entstand langsam der heute ca. 3 000 Einwohner zählende Ortsteil Nienburg- Langendamm, in dem noch zahlreiche Gebäude auf ihre ehemalige militärische Nutzung hinweisen.

Den Vortrag als PDF-Dokument finden Sie hier (wird in einem neuen Tab angezeigt).